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» Home Kirche und Wallfahrt Geschichte

Die Geschichte von Kirche und Wallfahrt

Einen umfassenden Bericht über Geschichte des Dorfes und der Wallfahrt verdanken wir Herrn Helmut Rüger, der für das 700jährige Jubiläum des Dorfes über die Geschichte geforscht hast.
Sein Vortrag finden sich mit anderen Dokumenten zum Download unten an dieser Seite.

Von den Anfängen des Ortes, der Kirche und der Wallfahrt gibt es verschiedene historische Spuren und Legenden.
Wie so viele andere heiligen Stätten aus der Frühzeit scheint auch die Höchstberger Wallfahrtskapelle auf einer frühgermanischen Kultstätte erbaut worden zu sein. Offenbar dürfte das gesamte Gebiet dieser ins Jagsttal ragenden Bergzunge in frühgermanischer Zeit heiliger Bezirk gewesen zu sein, denn östlich des Stahlbühls trägt heute noch ein Ackergewann den bedeutsamen Namen "Heilige Eich". Auf dem Stahlbühl wird zudem ein alter Gerichtsplatz der wormsischen Herrschaftsperiode (10. Jh.) angenommen.
Die erste sichere und geschichtlich verbürgte Nachricht von einer Wallfahrtskapelle zu "Unserer lieben Frau im Nussbaum" und einer damit verbundenen Wallfahrt stammt aus dem Jahre 1328. Papst Johannes XXII. erließ in Avignon eine Bulle, in der er allen Gläubigen beim Besuch der Kapelle einen Ablass gewährte.

Die Kapelle hat im Lauf ihrer Geschichte viele Grundherren gesehen: stauferfreundliche Hochadelige, der Bischof von Würzburg, die Herren von Weinsberg, die 1440 Teile ihrer Herrschaft verkaufen mussten, das Hochfürstliche Haus Württemberg, die Pfalzgrafen bei Rhein (1553-1585) und schließlich ab 1585 der Deutschorden, zu dessen Herrschaft der Ort Höchstberg schon seit 1396 gehörte. Der Deutschorden ließ die Kapelle von Gundelsheim aus kirchlich versorgen, aber nur als Wallfahrtskapelle. Höchstberg wurde weiterhin pfarrlich von Untergriesheim aus versorgt.

Kirche

Eine Überlieferung berichtet, dass das Kirchlein im Dreißigjährigen Krieg beraubt, entweiht und zerstört wurde, und dass daraufhin von einem deutlich vernommenen bitteren Weinen und Klagen berichtet wird. Bald nach den Kriegswirren ließ der Deutschorden die Kapelle samt Gnadenbild gründlich renovieren. Von da an nahm die Wallfahrt wieder so zu, dass eine Erweiterung der Kapelle notwendig wurde.

Auch Höchstberg war größer geworden und es sollte zusammen mit Tiefenbach eine eigene Pfarrei werden. So stellte sich die Frage nach dem Bau einer eigenen Pfarrkirche im Dorf. Dabei kam es zu eigenartigen Vorkommnissen, so dass die Pfarrkirche schließlich außerhalb des Ortes gebaut wurde (siehe Legende zum Kirchenstandort zip-Datei).

Weiter wird berichtet, dass am Fest des Hl. Matthias im Jahre 1698 bei hellem Tag eine schneeweiß glänzende Prozession von 12 Personen mit 2 Thurifer an der Spitze, die zur Kapelle gezogen sei, eine Viertelstunde lang sei gesehen worden.

Im Jahre 1698 wurde dann an die bestehende Kapelle ein Kirchenneubau angebaut mit barocker Innenausstattung: ein Hochaltar mit dem Gnadenbild, zwei Seitenaltäre und eine Empore. Die Einweihung wurde am 16. Mai 1700 feierlich begangen und das Kirchenpatrozinium am Fest "Mariä Heimsuchung" bis heute begangen. 1713 wurde Höchstberg zur Pfarrei erhoben. Durch einen Erlass der Deutschordens-Regierung zu Mergentheim vom 11. Juli 1754 wurde der Komtur zu Horneck beauftragt, neben der Kirche ein Pfarrhaus zu errichten. Der Bau wurde 1758 vollendet.

Ende des 2. Weltkriegs, am 2. April 1945, dem Ostermontag, wurde die Kirche und das Pfarrhaus durch amerikanischen Artilleriebeschuss ein Raub der Flammen (siehe zip-Datei). Der große Opferwille und die tätige Mitarbeit aller umliegenden Orte auf der Krummen Ebene wurde der Neubau in den Jahren 1948-54 mit der heutigen Innenausstattung errichtet und vollendet. (siehe zip-Datei).

Die Wallfahrten zu "Unserer lieben Frau im Nussbaum" aus der näheren und weiteren Umgebung waren nie unterbrochen. So wird um die Mitte des 19. Jhdts. berichtet, dass an den Hauptwallfahrtstagen, am Tag nach Christi Himmelfahrt (Hagelfreitag) und an Mariä Heimsuchung (2. Juli), die Zahl der frommen Pilger mitunter 1000 erreicht hat. Auf den sogenannten Hagelfreitag ist zu Ende des 19. Jhdts. von einem Bürger des benachbarten Ortes Hagenbeck (Hagenbach) ein Bittamt gestiftet worden. An Mariä Heimsuchung kam seit alter Zeit und kommt bis heute eine Prozession der damaligen Oberamtsstadt Neckarsulm. Diese beiden Wallfahrtstage sind bis auf den heutigen Tag als Hauptwallfahrtstage erhalten geblieben. Alle, die in Not und Bedrängnis sind und Hilfe, Schutz und Geborgenheit suchen oder sonst ein schweres Kreuz zu tragen haben, mögen im Marienheiligtum von Höchstberg Erhörung ihrer Bitten finden und sich in dieser Wallfahrtskirche immer "daheim" fühlen.